Juli 15, 2019

Russland erwägt Präemptivschlag auf NATO-Raketenschild

Russland erwägt Präemptivschlag auf NATO-Raketenschild

Moskau fühlt sich durch das europäische Raketenabwehrsystem bedroht und hat angekündigt, dass man sich das Recht vorbehalten werde, präemptive Angriffe auf die Stationen durchzuführen, falls die USA keine Bereitschaft zu weiteren Kompromissen zeigen. Vertreter der NATO zeigten sich von den Argumenten Russlands wenig überzeugt.

Russland behält sich vor, einen Präemptivschlag auf europäische Raketenabwehrsysteme durchzuführen, für den Fall dass die USA weiterhin einen Dialog dazu verweigern, erklärte der russische Generalstabschef Nikolai Makarow während der aktuellen ABM-Konferenz in Moskau.

“In Anbetracht des destabilisierenden Charakters des ABM-Systems […] könnte die Entscheidung auf einen präemptiven Einsatz von Angriffswaffen fallen, für den Fall dass die Situation noch schwieriger wird”, sagte Makarow seinem Publikum.

Anwesend war auch eine Delegation der NATO, die der Aussage Makarows entgegnete, dass sich die europäische Raketenabwehr nicht gegen Russland richte. Der stellvertretende NATO-Generalsekretär Alexander Wershbow gab an, dass ihn die Argumente Russlands nicht überzeugten. Russland droht nun mit der Stationierung hochpräziser Kurzstreckenraketen des Typs Iskander in Kaliningrad, für den Fall dass die NATO keine Bereitschaft zu weiteren Gesprächen zeigt.

Die Regierung in Moskau hat den Verdacht geäußert, dass der Raketenschild eine Schutzmaßnahme gegen das Kernwaffenarsenal Russlands darstellen könnte. Kein anderes Land der Welt außer Russland besitzt eine so hohe Menge an Kernwaffen, dass es den USA gefährlich werden könnte.

Der russische Politologe Wladimir Orlow hatte die europäische Raketenabwehr analysiert und glaubt, dass es sehr übertrieben sei, auf diese Weise angeblichen Bedrohungen zu begegnen. Die Bedrohungen gegen die Amerikaner und die Europäer, die angeblich von anderen Ländern ausgehen könnten, seien einfach nicht glaubwürdig. Dadurch fühle sich nun eher Russland bedroht, so Orlow. Zudem sei der Vorschlag Moskaus abgelehnt worden, eine gemeinsame europäische Raketenabwehr zu entwickeln, was für sehr großes Misstrauen im Kreml sorge. Hinzu komme außerdem, dass sich die US-Regierung unter Barack Obama weigere zu garantieren, dass die Raketenabwehr nicht gegen Russland eingesetzt wird.

Mindestens 200 Vertreter militärischer Einrichtungen aus 50 Ländern, darunter 28 NATO-Staaten treffen sich am 3. und 4. Mai in der russischen Hauptstadt, um sich über aktuelle Themen auszutauschen. Die Konferenz wurde von Russlands Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow eröffnet, mit dem dringenden Anliegen, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zum Raketenschild zu finden.

Quelle: http://www.gegenfrage.com


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